Heizung, Dämmung, neue Fenster Private Vermieter scheuen energetische Sanierungen
2026-06-01 https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/immobilien-private-vermieter-scheuen-energetische-sanierungen-a-1f5daf99-6008-4071-a2bc-607a08725f73 HaiPress


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Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Stuttgart (Symbolbild): Nur rund die Hälfte hat in energetische Maßnahmen investiert
Foto: Olaf Krüger / imageBROKER / picture alliance
Viele private Vermieter in Deutschland scheuen die energetische Sanierung ihrer Immobilien. Über die Hälfte (59 Prozent) plant derzeit keine Maßnahmen wie neue Heizungen oder Dämmungen,wie eine Umfrage der DI Deutschland.Immobilien AG und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Das sind deutlich mehr als in einer Befragung vor einem Jahr (48 Prozent).
Vermieter sähen sich mit zunehmenden politischen und energetischen Anforderungen konfrontiert,während zentrale Bedingungen oft unklar blieben,so die Studie,für die im Februar rund tausend private Vermieter online befragt wurden. »Ohne klare Orientierung,realistische Anforderungen und praktikable Förderstrukturen wird die Transformation des Gebäudebestands nicht gelingen«,sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.
In den vergangenen Jahren habe nur rund die Hälfte in energetische Maßnahmen investiert,heißt es im »Deutschland.Immobilien Vermieterreport«. Am häufigsten wurden private Vermieter bei Heizungen tätig (34 Prozent),gefolgt von Fenstern (25 Prozent) und Dämmungen (18 Prozent). Einige Vermieter hatten zudem zuletzt weiteren Druck durch das neue Heizungsgesetz beklagt. Die Kostenrisiken seien hoch,Millionen Wohnungen könnten vom Markt verschwinden,warnte kürzlich die Eigentümerlobby.
Ökologische Gründe für Vermieter weniger wichtig
Die frühere Ampelregierung wollte mit dem Heizungsgesetz mittelfristig die Abkehr von Heizungen mit fossilen Brennstoffen durchsetzen. Die amtierende Bundesregierung hat das Gesetz allerdings reformiert und die Vorgabe gestrichen,dass bei neuen Heizungen in der Regel mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien eingesetzt werden müssen. Nun soll der Einbau neuer Gasheizungen weiter möglich sein – Voraussetzung soll ab 2029 sein,dass ein zunehmender Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe genutzt wird. Umweltverbände und die Grünen warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz.Wer doch saniert,macht das nach eigenen Angaben vor allem,um langfristig Energie einzusparen (53 Prozent). Aber auch Zufriedenheit der Mieter (41 Prozent) und Wertsteigerung (38 Prozent) werden als Gründe genannt. Dabei ist zu beachten,dass Vermieter Modernisierungskosten zu einem großen Teil auf die Mieter umlegen können. Ökologische Gründe waren nur für wenige Vermieter (31 Prozent) bei ihrer Entscheidung ausschlaggebend.
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Der Gebäudesektor ist zentral,um das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 zu erreichen,er verursacht rund ein Drittel der CO₂-Emissionen. Die große Mehrheit der rund 44 Millionen Wohnungen hierzulande wird mit Öl und Gas beheizt,über 60 Prozent werden von privaten Vermietern vermietet. Die meisten sind laut Studie mindestens zehn Jahre am Mietmarkt aktiv. 58 Prozent vermieten eine Wohnung,weitere 19 Prozent zwei.
Der Vermieterreport wird von der DI Deutschland.Immobilien AG,einer Tochter der Finanzberatung MLP,und dem IW herausgegeben. Für die dritte Auflage befragte das IW im Februar rund tausend private Vermieter in Deutschland. Der Fragebogen wurde vom Umfragezentrum Bonn umgesetzt. Dabei wurde geprüft,ob die befragten Vermieter hinsichtlich soziodemografischer Merkmale mit dem Sozio-oekonomische Panel vergleichbar sind. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Wiederholungsbefragung,die die Lage von Privathaushalten in Deutschland abbildet.
apr/dpa
